So geht Sporternährung

Über Mythen und Herausforderungen

Laufen, schwimmen, Fußball spielen – Menschen, die viel Sport treiben, benötigen auch viel Energie. Eigentlich recht einfach – ist es auch!  

Interview mit Frau Mag. Dr. Manuela Konrad

Zumindest, wenn man die richtigen Informationen hat. Denn gerade im Sport kursieren viele Mythen, unterschiedliche Informationen und Vorstellungen. Dabei tun sich entsprechend viele Fragen auf: Warum ist die Ernährung dabei so wichtig? Worauf muss ich achten? Bin ich auf dem neuesten Stand? Wie passen eigentlich vegane Ernährungsweise und Sport zusammen?

Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir uns anlässlich unseres Sportschwerpunktes im Monat Mai mit Frau Mag. Dr. Manuela Konrad professionelle Beratung geholt. Sie ist nicht nur Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Sporternährung und geschätzte Referentin im In- und Ausland, sondern auch Diätologin mit langjähriger Erfahrung in der Begleitung von Athleten und Dozentin an der FH Johanneum in Bad Gleichenberg.

#1

Frau Mag. Dr. Konrad, welchen Stellenwert hat eigentlich die Ernährung für die sportliche Leistung?

Eine optimale Ernährung hat einen sehr großen Stellenwert im Sport. Die übergeordneten Ziele dabei sind einerseits die Leistung, aber natürlich auch die (langfristige) Gesundheit der Person. Dabei spielen das Immunsystem, die Erholungsphasen und die Verträglichkeit der einzelnen Lebensmittel bzw. Sporternährungsprodukte eine große Rolle. Wir wissen aus Untersuchungen, dass die Wahrscheinlichkeit, bei Wettkämpfen im Ausdauerbereich ein Verdauungsproblem zu bekommen, bei weit über 60% liegt und dementsprechend der Wettkampf länger dauert oder sogar abgebrochen werden muss. Der Weg zu wissenschaftlich fundierter Sporternährung, die in der Praxis auch korrekt Anwendung findet, ist in Österreich noch ein weiter. Fakt ist, dass die Ernährung von AthletInnen im Alltag als auch bei Belastung integraler Bestandteil vom sportlichen Erfolg ist. Ich bin auch davon überzeugt, dass es hier bei vielen Personen noch enormen Optimierungsbedarf gibt.

#2

Was sollte bei veganer Ernährung im Sport beachtet werden und was sind die Herausforderungen und Unterschiede zu einer omnivoren – also „allesessenden“ – Ernährungsweise?

SPORTVeganismus im Sport ist grundsätzlich gut machbar. Es gilt hierbei vor allem auf eine ausreichende Eiweißzufuhr und die ausreichende Zufuhr von verschiedenen Mikronährstoffen (Vit B12, Zink, Omega-3-Fettsäuren, Jod etc.) zu achten. Eine Supplementierung – gerade bei Vit B12 – ist eigentlich unumgänglich. Es braucht eine umfangreiche Auseinandersetzung mit dem Thema „Ernährung“ und viel Bereitschaft, Zeit dafür zu investieren.

Wir wissen, dass bei einigen Nährstoffen wie beispielsweise Kalium, Natrium, Magnesium und Vitamin B1, die alle auch über den Schweiß verloren gehen, es keine Versorgungsunterschiede je nach Kostform gibt. Keine Studien, aber immer wieder in Diskussion ist eine raschere Regeneration im Veganismus (und Vegetarismus), weil im Durchschnitt mehr Antioxidantien zugefügt werden. Wichtig ist auch der Einsatz von pflanzlichen Eiweißträgern (Bohnen, Linsen, Sojaprodukten) und die Kombination dieser untereinander, um ausreichend Eiweiß zuzuführen.

Eine vegane Ernährungsform muss gut geplant sein, braucht regelmäßiges Mentoring. Es gibt wenige Untersuchungen, die omnivore mit veganer oder vegetarischer Kostform vergleichen und wenn, dann gibt es keine signifikanten Unterschiede daraus.

 

#3

Welche Qualitätsmerkmale sollte ein Nahrungsergänzungsmittel generell erfüllen?

Nahrungsergänzungsmittel sind per Definition „Lebensmittel“ und dienen zur Ergänzung der normalen Ernährung. Nahrungsergänzungsmittel sind Konzentrate und haben eine ernährungsspezifische oder physiologische Wirkung. Besonders wichtig ist hierbei die Qualität des Produkts. Um das Risiko einer Verunreinigung zu minimieren, kooperieren viele Labors mit erfahrenen Anti-Doping-Laboratorien der WADA oder lassen die Produkte regelmäßig von ISO-zertifizierten Labors testen.

Die Kölner Liste® ist eine Initiative zur Doping-Prävention des Olympiastützpunktes Rheinland, der damit seiner Sorgfaltspflicht gegenüber den betreuten Spitzensportlern gerecht werden möchte. Sie führt Nahrungsergänzungsmittel mit minimiertem Dopingrisiko, die von einem in der NEM-Analytik auf Dopingsubstanzen weltweit führenden Labor auf anabole Steroide und Stimulantien getestet wurden. Alle Produkte, die auf der Kölner Liste® präsent sind, müssen eine unabhängige Analyse auf anabole Steroide und Stimulantien durchführen lassen. Alle weiteren Infos gibt es unter www.koelnerliste.com.

Ganz allgemein gilt zu sagen, dass Produkte aus Übersee und Produkte die von „no name“ Firmen aus dem Internet mit größter Vorsicht zu betrachten sind. Mögliche Verunreinigungen können Anabolika und Stimulanzien sein.

#4

SPORT

Mythen & Wahrheit über Kohlenhydrate: Welchen Stellenwert haben sie in der Sporternährung wirklich?

Eine Frage, die immer vorab zu klären ist: Was ist mein sportliches Ziel? Wo möchte ich hin? Wozu betreibe ich Sport? Wenn es hierbei um Leistung geht, dann ist es ganz klar so:

Kohlenhydrate sind gerade im Ausdauerbereich während der Belastung der wichtigste Energielieferant. Unter Kohlenhydraten versteht man Zuckermoleküle, die kürzer (also wie zum Beispiel im Haushaltszucker), mittellang (Maltodextrin) oder langkettig (wie in Vollkornprodukten) sein können. Sie stellen nun – vor allem in Kombination von unterschiedlichen, kurzkettigen Kohlenhydraten eine ideale, schnell verfügbare und vor allem gut verträgliche Energiequelle dar. 

#5

Welche Vorteile sehen Sie in der Vereinigung unterschiedlicher Kohlenhydrate in einem Sporternährungsprodukt – so wie z. B. in SPORT boost?

SPORT boost

Werden unterschiedliche Kohlenhydrat-Arten miteinander kombiniert, hat man im Gegensatz zu einer einzigen Kohlenhydrat-Quelle eine verbesserte Verträglichkeit. Sie stellen nun – vor allem in Kombination von unterschiedlichen, kurzkettigen Kohlenhydraten – eine ideale, schnell verfügbare und vor allem gut verträgliche Energiequelle dar. Bei der Verträglichkeit gilt es zu beachten, dass bei länger andauernder Belastung ein dementsprechendes „Kohlenhydrattraining“ durchzuführen ist, um die zugeführte Energie auch rasch und effizient verwerten zu können.

Frau Mag. Dr. Konrad,
vielen Dank für das Interview!

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